Innenraumfilter

Der Innenraumfilter reinigt die Luft, die in dein Auto strömt. Hier liest du, wie Partikel- und Aktivkohlefilter arbeiten und wann ein Wechsel fällig ist.

Verschmutzter und neuer Innenraumfilter im Vergleich

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Kurz erklärt

Innenraumfilter sind Filterelemente in der Lüftungs- und Klimaanlage eines Fahrzeugs, die die angesaugte Außenluft reinigen, bevor diese in den Innenraum strömt. Partikelfilter halten Staub, Pollen, Reifenabrieb und Feinstaub zurück. Kombinationsfilter enthalten zusätzlich eine Lage Aktivkohle, die Gerüche und Gase wie Ozon oder Stickoxide adsorbiert. Umgangssprachlich heißt der Innenraumfilter auch Pollenfilter.

Wenn ein Fahrzeug beim Einschalten der Lüftung muffig riecht, fragen viele zuerst nach einer Innenraumreinigung. Häufig liegt die Ursache aber im Luftweg: im Filter, im Filtergehäuse oder am Verdampfer der Klimaanlage. Wer die Funktion des Innenraumfilters kennt, kann Geruch, beschlagene Scheiben und schwache Lüftung besser einordnen.

Wie arbeitet ein Innenraumfilter?

Das Gebläse saugt Außenluft meist im Bereich unterhalb der Frontscheibe an. Nach Angaben des ADAC strömen dabei bis zu 500.000 Liter Luft pro Stunde durch die Lüftungsanlage. Bevor diese Luft den Verdampfer der Klimaanlage und die Ausströmer erreicht, passiert sie den Innenraumfilter. Je nach Modell sitzt er hinter dem Handschuhfach, im Fußraum oder unter einer Abdeckung im Motorraum.

Das Filtermedium ist ein Vlies aus synthetischen Fasern oder ein Papiermedium. Es ist in Falten gelegt, damit auf kleinem Bauraum eine große Filterfläche entsteht. Partikel werden auf mehreren Wegen abgeschieden: Größere Teilchen bleiben wie in einem Sieb hängen oder prallen wegen ihrer Trägheit auf eine Faser. Sehr kleine Teilchen bewegen sich unregelmäßig und treffen dadurch zufällig auf Fasern. Viele Filtervliese sind zusätzlich elektrostatisch geladen und ziehen feine Partikel an.

Was Aktivkohle leistet

Gase und Gerüche lassen sich mechanisch nicht abscheiden, weil ihre Moleküle viel kleiner sind als die Zwischenräume im Vlies. Dafür sorgt eine Lage aus Aktivkohle. Die stark poröse Struktur der Kohle bietet eine sehr große innere Oberfläche, an der sich Gasmoleküle anlagern. Diesen Vorgang nennt man Adsorption. Die Aufnahmefähigkeit ist begrenzt. Ist die Kohle gesättigt, lässt die Wirkung gegen Gerüche und Gase nach, auch wenn der Filter äußerlich noch sauber wirkt.

Welche Filterarten gibt es?

FilterartAufbauHält zurückHinweis
PartikelfilterVlies oder Papiermedium, gefaltetStaub, Pollen, Ruß, Reifenabrieb, Feinstaubkein Schutz gegen Gerüche und Gase
KombinationsfilterPartikellage plus AktivkohlelagePartikel sowie Gerüche und Gase wie Ozon, Schwefeldioxid und StickoxideKohle sättigt sich mit der Zeit
Biofunktionaler Filterzusätzliche antimikrobielle Beschichtung, etwa mit Polyphenolenwie Kombinationsfilter, bindet zusätzlich Allergenelaut Hersteller hemmt die Beschichtung Schimmel und Bakterien auf dem Filter
HEPA-FilterHochleistungs-Schwebstofffilterlaut ADAC mindestens 99,95 Prozent der Partikelhöherer Luftwiderstand, nur wenn für das Fahrzeug vorgesehen

Hersteller beschreiben die Abscheideleistung ihrer Premiumfilter oft mit Werten nahe 100 Prozent. Solche Angaben beziehen sich auf definierte Prüfbedingungen und sind als Herstellerangaben zu lesen.

Wie wird die Filterleistung geprüft?

Für die Prüfung von Innenraumfiltern gibt es die Normenreihe DIN 71460. Teil 1 beschreibt das Prüfverfahren für die Partikelfiltration. Gemessen wird der Abscheidegrad, also der Anteil der Partikel einer bestimmten Größenklasse, den der Filter zurückhält. Teil 4 regelt eine Konditionierung mit Isopropanol. Die Konditionierung dient dazu, den Mindestabscheidegrad zu ermitteln, der übrig bleibt, wenn die elektrostatische Ladung des Mediums nachlässt.

Die zweite wichtige Größe ist der Druckverlust. Mit zunehmender Beladung setzt sich das Medium zu, der Widerstand steigt und das Gebläse fördert weniger Luft. Das merkst du an schwächerem Luftstrom und daran, dass Scheiben langsamer frei werden.

Wann muss der Innenraumfilter gewechselt werden?

Der ADAC empfiehlt einen Wechsel nach 20.000 bis 30.000 Kilometern oder jährlich, am besten vor der Pollenflugsaison. Verbindlich sind die Angaben im Wartungsplan deines Fahrzeugs. Bei Fahrten in staubiger Umgebung, im dichten Stadtverkehr oder bei Allergien kann ein kürzerer Abstand sinnvoll sein. Typische Anzeichen für einen gesättigten Filter sind:

  • muffiger Geruch beim Einschalten der Lüftung
  • Scheiben beschlagen häufiger und werden langsamer frei
  • spürbar schwächerer Luftstrom bei gleicher Gebläsestufe
  • Laub oder Schmutz sichtbar am Filter oder im Ansaugbereich

Innenraumfilter, Klimaanlage und Geruch

Ein neuer Filter beseitigt nicht jeden Geruch. Am Verdampfer der Klimaanlage kondensiert Feuchtigkeit, und auf dieser feuchten Oberfläche können sich Mikroorganismen ansiedeln. Riecht es auch nach dem Filterwechsel muffig, sitzt die Quelle meist dort oder in Laubresten im Ansaugbereich. Dann gehören eine Reinigung des Luftwegs und eine gezielte Geruchsentfernung zusammen. Eine Ozonbehandlung dauert bei uns inklusive Auslüften 2 bis 3 Tage. Wie du die Klimaanlage selbst pflegst, erklären wir im Ratgeber Klimaanlage im Auto reinigen.

So gehen wir bei Geruch aus der Lüftung vor

  1. Befund: Wir prüfen, ob der Geruch nur bei eingeschalteter Lüftung oder Klimaanlage auftritt. Das grenzt die Quelle auf den Luftweg ein.
  2. Filter ausbauen: Wir sichten Beladung, Feuchtigkeit und Schimmelbefall und notieren die Einbaurichtung. Der Pfeil für die Durchströmrichtung muss beim neuen Filter stimmen, sonst sitzt die Aktivkohle auf der falschen Seite.
  3. Gehäuse und Ansaugbereich reinigen: Laub und Schmutz im Filterschacht saugen wir ab, weil sie Feuchtigkeit speichern und den neuen Filter sofort wieder belasten.
  4. Luftweg behandeln: Bei Geruch aus dem Verdampfer folgt eine Reinigung der Klimaanlage oder eine Ozonbehandlung.
  5. Neuen Filter einsetzen: Er muss rundum dicht im Rahmen sitzen, damit keine ungefilterte Luft vorbeiströmt.
  6. Funktionsprobe: Wir kontrollieren Luftstrom und Geruch auf allen Gebläsestufen.

Diese Schritte verbinden wir mit der Innenraumreinigung, denn ein frischer Filter nützt wenig, wenn Polster und Teppiche den Geruch weiter abgeben.

Tipp aus der Halle

Schalte die Klimaanlage einige Minuten vor dem Ziel aus und lass das Gebläse weiterlaufen. So trocknet der Verdampfer ab, und Mikroorganismen finden weniger Feuchtigkeit.

Häufige Fragen zu Innenraumfilter

Ist ein Pollenfilter dasselbe wie ein Innenraumfilter?

Ja, beide Begriffe meinen dasselbe Bauteil. „Pollenfilter“ ist die ältere, umgangssprachliche Bezeichnung, weil die ersten Filter vor allem Pollen zurückhalten sollten. Heutige Innenraumfilter scheiden auch Feinstaub, Ruß und Reifenabrieb ab. Als Kombinationsfilter mit Aktivkohle binden sie zusätzlich Gerüche und Gase.

Wann ist ein Aktivkohlefilter sinnvoll?

Ein Aktivkohlefilter ist sinnvoll, wenn du viel in der Stadt, im Stau oder hinter Lkw fährst. Die Aktivkohle adsorbiert Gase wie Ozon, Schwefeldioxid und Stickoxide sowie Gerüche, die ein reiner Partikelfilter durchlässt. Die Aufnahmefähigkeit der Kohle ist begrenzt, deshalb muss auch dieser Filter regelmäßig gewechselt werden. Ob er in dein Fahrzeug passt, zeigt die Teileliste des Herstellers.

Kann man einen Innenraumfilter reinigen statt wechseln?

Davon raten wir ab. Die Partikel sind tief im Fasergefüge eingelagert und lassen sich durch Ausklopfen oder Druckluft nur oberflächlich entfernen. Druckluft kann das Vlies zudem beschädigen. Gesättigte Aktivkohle lässt sich in der Werkstatt nicht regenerieren, ein Wechsel ist daher die einzige fachgerechte Lösung.

Hilft ein neuer Innenraumfilter gegen Geruch aus der Klimaanlage?

Nur, wenn der alte Filter selbst die Geruchsquelle war. Häufig sitzen Mikroorganismen auf dem feuchten Verdampfer oder in Laubresten im Ansaugbereich. Dann bleibt der Geruch trotz neuem Filter bestehen. In diesem Fall braucht es zusätzlich eine Reinigung des Luftwegs oder eine Ozonbehandlung.

Wo sitzt der Innenraumfilter im Auto?

Das hängt vom Modell ab. Häufige Einbauorte sind hinter dem Handschuhfach, im Fußraum der Beifahrerseite oder unter der Abdeckung im Bereich unterhalb der Frontscheibe. Die genaue Lage und die Wechselanleitung stehen in der Betriebsanleitung. Beim Einbau ist auf die Durchströmrichtung zu achten, die meist mit einem Pfeil auf dem Filterrahmen markiert ist.

Quellen: ADAC: Pollenfilter regelmäßig wechseln (2022), DIN 71460-1:2006-04, Luftfilter für Kraftfahrzeuginnenräume, Prüfverfahren für Partikelfiltration, MANN-FILTER: Produktbeschreibung Innenraumfilter FreciousPlus

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